Schlagwort-Archive: medienentwicklung

Mediennutzung der User von Morgen: Analyse der JIM Studie 2012

In der Langzeitstudie „Jugend, Information, (Multi-) Media“ (JIM- Studie) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest wird die Medienentwicklung bei Jugendlichen  dokumentiert. In der aktuellen 15. Ausgabe von 2012 wurden N=1.201 Jugendliche (12- bis 19-Jährige) in Deutschland telefonisch (CATI) über ihre Mediennutzung befragt.

Im Folgenden möchte ich subjektiv die für mich interessantesten Ergebnisse hervorheben und kommentieren. Dabei geht es um Überraschendes aber auch um Befunde, die neuere Erkenntnisse generell oder hiermit für Jugendliche bestätigen.

Jungen schätzen Tageszeitung eher als Mädchen (dies tun) Weiterlesen

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unclesally*s gibt’s nicht mehr – Das Ende der Kostenloskultur

...die 171ste Ausgabe des unclesally*s Magazins [wird] die letzte sein

unclesally*s ist bald Geschichte. Ende 2011 wird das letzte Mal gedruckt, danach gibt es das Magazin nur noch in Archiven. Ob digital weiter gemacht wird, ist nicht klar. Glasklar dagegen die Gründe für das Ende in der Redaktion eigenen gewitzten Worten:

Wir haben alles versucht, aber in Anbetracht der aktuellen Situation des Musik- und Printmarktes sehen wir keine wirkliche Perspektive, das Ganze auf wirtschaftlich so gesunde Füße zu stellen, als dass wir mit ihnen durch das nächste Jahr gehen können.

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#Hashtag revisited – Nutzen, Chancen, Fehler

Wunderbar sind Hashtags , wenn man sich auf einer Veranstaltung, z. B. einer Konferenz, einem Fußballspiel – oder über eine (lineare) Fernsehsendung austauschen will. Einfach #hashtag in den Tweet und schon lässt sich nicht-institutionell Diskutieren. Eine Anmeldung braucht man nicht mehr, keiner muss umständlich auf eine Plattform surfen und das geringe Format nötigt dazu sich auf Wesentliches zu konzentrieren. Was natürlich auch eine Kunst ist. Weiterlesen

Rezipient >>> Partizipient

Der Begriff des Rezipienten ist – genauso wie der des Publikums –  nach wie vor aktuelles Vokabular bei der Beschreibung von medial-kommunikativen Vorgängen auch im Bereich der Netzwerkmedien.

Offensichtlich ist jedoch, dass diese Bezeichnung nicht mehr zeitgemäß sein kann. Der Rezipient als Reichweitenbringer (=Wertschöpfung) ist nur für lineare Medien passend. Er nimmt fremdes Kulturgut (Text, Ton, Bild) auf und muss dies zwangläufig übernehmen, da die Alternativen Begrenzt sind – diese Definition findet sich im Fremwörterduden.

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oh M du Tust so Veh!

Während unseres Medien und Musikeintwicklungsworkshops wurde mir die brisante Lage von MTV und anderen noch großen Medienmarken wieder einmal bewusst. Oft fällt es anderen schwer, diese Lageinschätzung nachzuvollziehen. Schließlich hat MTV das Musikfernsehen erfunden, hat den Status einer der wertvollsten Medienmarken der Welt inne und ist quasi Gattungsbegriff. Doch auch das war einmal, vielen Menschen fallen bei MTV auch Inhalte ein, die nichts mit Musikvideos zu tun haben. Klingeltonwerbung (ist auch Musik) und Formate in denen es meist um andere Dinge geht als Musik. Diese Entwicklung mag man bedauern, letztendlich scheint es aber genau der richtige Weg zu sein.

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ARD-Umfrage: 88% agieren bedenkenlos im Internet!

Mit dem Text „Datenschutz ist zwar in aller Munde. Aber während Experten und Politik über den Schutz der Privatsphäre debattieren, stellen Millionen User freiwillig Informationen über sich ins Internet. Sind Sie der Meinung, dass in Social Networks zu bedenkenlos agiert wird?“ fragt die ARD hier nach Ja/Nein/Vielleicht. Ergebnis: 88% „agieren bedenkenlos“ – da sie JA angeklickt haben. Weil doch jeder „Experte und Politiker“ weiß, was Privatsphäre ist, und für die Nutzer von heute noch bedeutet.raum441-net Weiterlesen

Workshop Medien und Musikentwicklung

Jedes Medium führt zur Entwicklung neuer Gemeinsamkeiten: Notendrucke veränderten die Produktion, Verteilung, Wahrnehmung und Nutzung von Musik. Sie wurden Bezugspunkte für neue Gemeinschaften, wie später die Zeitung mit dem Feuilleton, Musikzeitschriften, Radio, Schallplatten, Walkman und CDs.
Die besondere Beziehung von Jugendlichen zu Musik im Fernsehen machte MTV zur wertvollsten Medienmarke der Welt. Zurzeit verändern neue digitale Netzwerkmedien mit ihren Speicher- und Übertragungstechnologien erneut das Verhältnis zur Musik.
Noch nie war sie medial so zugänglich wie mit iTunes, das fast jede Musik jederzeit und an jedem Ort unmittelbar bereithält. Auch über MySpace, das immer mehr Künstler mit anderen Künstlern und Fans verbindet, kommen viele Menschen mit Musik auf neue Art in Berührung.

Last.fm zum Beispiel zeigt an, wer ähnliche Musiktitel hört. So entstehen völlig neue Beziehungen. Diese fordern in der Regel bestehende mediale Beziehungen zur Musik heraus, weil sie zu diesen neue demokratische Alternativen bieten, auf die im Rahmen der bestehenden Beziehungen in der Regel kreativ reagiert wird.

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Wie hängen Medienentwicklungen mit Musik als komplexem Zusammenhang von Produktion, Verteilung und Aufführung, aber auch von Wahrnehmung und kultureller Aneignung in sozialen Gruppen zusammen? Welche Rolle spielen welche Medien bei welchen historischen Entwicklungen von Musik? Warum werden nun, wo Musik allgegenwärtig geworden ist, Konzerte wieder wichtiger? Welche Beobachtungen und Erfahrungen von Musik helfen, Entwicklungszusammenhänge von Medien und Musik besser zu verstehen?
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