MonitoringCamp – Standards fürs Monitoring, aber wie? Session des BVDW.

„Mehr Standards für die Monitoring Branche!“ ist der Anspruch des Session von Anna-Maria Zahn und Susanne Ullrich während des MonitoringCamp 2012 – hier mein Hauptbericht. Es geht darum, die Kategorien, in welchen Social Media vermessen wird, zu vereinheitlichen – so dass z. B. auch alle Social Media Monitoring Tools identische Kategorien ausweisen. Zu den Kandidaten des Bereichs „Medientypen“ gehören u.a. „Blogs“, „Social Networks“ und „e-Commerce“. Hintergrund ist eine Initiative der Unit Markt- & Trendforschung der Fachgruppe Social Media im Bundesverband digitale Wirtschaft.

Maschine vs. Mensch

Die Herangehensweise der Einteilung ist eine technische, und so steht die Frage nach den verfügbaren Funktionen im Zentrum. Eine andere Möglichkeit wäre, die Kommunikation der User in Social Media nach deren wahrgenommenen Nutzen der Kommunikation zu kategorisieren – was mein favorisierter Ansatz ist. Deutlich wird dies bei dem Kategorienvorschlägen „e-Commerce“ (a) vs. „Bewertungsseiten“ (b) – wenn User bei Amazon (a) oder qype (b) etwas bewerten ist m.E. dem User egal, ob man das bewertete Objekt gleich kaufen kann (a) oder nicht (b).

Ist Trennschärfe möglich?

Nach einem Plädoyer eines Teilnehmers für nicht-trennscharfe Kategorien (ich wäre fast dabei gewesen, wenn man die Trennschärfe dann über eine feste Kombination mit einer anderen Kategorienebene wie z. B. Initial- vs. Kommentarbeitrag wieder erreicht hätte) ging es den Praktikern im Sessionraum zu weit: „…wichtig ist, dass es der Kunde versteht, und was der sagt, gilt.“ Interessante Situation zwischen einem Bundesverband und seinen potentiellen Mitgliedern.

Grobe Kategorien gewinnen

Zurück zu den Kategorien: es wurden schließlich grobe Kategorien geschaffen in die sich alles einsortieren lässt, inklusive „Sonstiges“ – aber auch einer Kategorie „Social Networks“. Hier bin ich gespannt, ob die Rolle eines Facebook als „Betriebssystem des Social Web“ dazu führt, dass diese Kategorie in analytischer Denke bei Social Media Monitoring auf Dauer keinen Sinn mehr ergibt. Schließlich gibt es innerhalb Facebooks (in ihrer Gestalt laufend wechselnde) Foren, Blogs sowie Bewertungsseiten. Diese zusammenzufassen ist m.E. unlogisch (je nach Fragestellung natürlich, dem Mantra des moca12). Gerade Facebook verändert sich diesbezüglich natürlich laufend, bestes aktuelles Besipiel ist die neue Kommentarmöglichkeit bei Kommentaren.

Ist facebook „nur“ ein Social Network?

Noch gravierender wird es, wenn ich mit Facebook-Login (oder denen von google, twitter etc.) bei z. B. einer Bewertungsseite einen Kommentar schreiben kann – und damit ja wieder in Facebook bin. Möglich ist dann, dass der Kommentar in der Bewertungsseite und in Facebook auftaucht. Für diesen Ansatz konnte ich leider kaum Verständnis ernten. In der Analyse ist das Nutzerzentrierte Vorgehen wesentlich komplexer – aber es scheint mir in der Frage der einzig valide Ansatz zum Social Media Monitoring mit Quellenkategorien sein. Vielleicht ist die Frage nach Quellen auch eher eine tradierte der 1.0 Mediaplaner und nicht der digitalen (viralen) Kommunikationsstrategie.

Ohne Frage: für den „Kunden“ sicherlich schwer vermittelbar – aber für den gibt es ja eigentlich eh nur Facebook.

Sobald ich die genauen Sessionergebnisse im Web finde, ergänze ich hier den Link – Hinweise in den Kommentaren erwünscht.

2 Antworten zu “MonitoringCamp – Standards fürs Monitoring, aber wie? Session des BVDW.

  1. Pingback: MonitoringCamp: Rückblick und Zusammenfassung einiger noch nicht so oft besprochener Sessions… | raum441

  2. Pingback: Monitoring: Ab wann ist zu viel? | cdv!

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