unclesally*s gibt’s nicht mehr – Das Ende der Kostenloskultur

...die 171ste Ausgabe des unclesally*s Magazins [wird] die letzte sein

unclesally*s ist bald Geschichte. Ende 2011 wird das letzte Mal gedruckt, danach gibt es das Magazin nur noch in Archiven. Ob digital weiter gemacht wird, ist nicht klar. Glasklar dagegen die Gründe für das Ende in der Redaktion eigenen gewitzten Worten:

Wir haben alles versucht, aber in Anbetracht der aktuellen Situation des Musik- und Printmarktes sehen wir keine wirkliche Perspektive, das Ganze auf wirtschaftlich so gesunde Füße zu stellen, als dass wir mit ihnen durch das nächste Jahr gehen können.

Das Prinzip eine immens hohe Druckauflage eines Magazins kostenlos unters Publikum zu streuen lohnt sich für unclesally*s nicht mehr. Zuletzt war es wohl auch umsonst, denn Anzeigenkunden wollten sich nicht mehr finden lassen. Das Prinzip, welches in den achtziger Jahren mit nerdigen Fanzines begann und sich bei einigen Protagonisten zu einemr Berufung entwickelte trägt sich nicht mehr so einfach.

Die oben beschriebene und von den ehemals an physisch gebundener Musik gut Verdienenden gerne beklagte „aktuelle Situation des Musik- und Printmarktes“ sollte vielleicht eher „Musikprintmarkt“ heißen. Auch die Kaufzeitschriften (Inhalte sind was Wert, weil sie was kosten /Ironie aus) wie der Rolling Stone gehen in die Knie, von 1997 bis 2008 haben sie die Druckauflagen mehr als halbiert (aktuellere Zahlen habe ich leider nicht). Also liegt es nicht daran, dass der uncle gratis ist, sondern an der Kostenloskultur.

Musik wird jetzt mit anderen getauscht, und das nicht nur digital, sondern ideel. Neue Musik muss ich nicht mehr in der Zeitschrift erlesen, ich kann sie mir direkt anhören oder von Tools wie last.fm vorschlagen lassen etc. pp.

Die andere große kostenlose Musikzeitschrift intro macht nicht nur sich selber, sondern ein fast 360 Grad Geschäft rund um die Musik bis hin zum Catering auf den eigenen (und zugekauften) Festivals und Medien über Fußball, schön zu sehen auf der Website der „Matthias Hörstmann Unternehmensgruppe“ und vor Zeiten von mir erläutert. Das hört sich teils nach Geldmachen kann, ist aber ernst gemeint, wenn man neue journalistische Formate erfindet (11 Freunde) oder (hoffentlich auch wirklich) Catering nach folgendem Credo organisiert: „nachhaltige Nutzung von Ressourcen, der faire Handel sowie ein respektvoller Umgang mit allen beteiligten Personen oder Unternehmen“.

Was der unclesally anders und nach den jüngsten Ereignissen falsch gemacht hat? Sich wohl zu sehr auf eine bewährte Sache konzentriert (‚haben wir schon immer so gemacht‘) ohne zu sehen wie die Ideale, die man Herausgebern eines solchen Heftes einfach mal unterstellen kann, in neue Bedingungen transformiert werden können, um die Idee weiter zu tragen.

Eine Antwort zu “unclesally*s gibt’s nicht mehr – Das Ende der Kostenloskultur

  1. Schade, schade,
    das die Site „gestorben“ ist! Aber auch jetzt macht es immer noch Spaß, in den Beiträgen zu stöbern. Vielleicht denken die Macher ja irgendwann mal an eine Wiederbelebung – schön wär’s!
    Greez ME

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