#a2n – Kulturflatrate kontrovers. Heute: Download als Währung

Die Session Neue Erlösmodelle für die Digitalökonomie beim all2gethernow #camp war eine Zusammenfassung des aktuellen Stands in Sachen Kulturflatrate – leider nicht ganz das was der Name versprach. Immerhin war mit Marcel Weiss ein bekanntes Gesicht zu erleben. Der Besuch hat sich gelohnt.

download online

Am deutlichsten und anschaulichsten wurde die Nichteignung von Downloadzahlen als Maß für eine Verteilung der Flatrateeinnahmen an Labels, Künstler und sonstiges diskutiert. Diese sollen hier nun nochmal zusammengefasst werden: Grundsätzlich geht es darum, durch eine Abgabe von x Euro (auf jeden Internetanschluss z. B.) Musik zu finanzieren. Dieses Geld muss natürlich auch irgendwie verteilt werden, nur wie? Irgendwie muss also gemessen werden, was genutzt wird. Eine populäre Idee ist das Messen von Downloads, nach denen dann Künstler entlohnt werden. Nach Ausarbeitungen des französischen Ökonomen Informatikers Philippe Aigrain (internet et création, Summary) soll die Messung eines bestimmten Umfangs an Traffic ausreichen um eine gerechte Verteilung der Einnahmen nach Nutzung zu gewährleisten? Technische Fragen sind in diesem Zusammenhang schwierig, es scheinen aber alle d’accord sein, dass es möglich ist – abseits von rechtlichen und ethischen Fragen. Zurück zum Download als Maß, der mit seiner Inauguration in einer traurige Reihe mit anderen Reichweiten- und Erfolgsmaßen wie MA und ROI stehen würde.

Folgende Punkte sind als schwierig angesprochen worden:

  • lädt die gleiche Person (Einheit) einen Titel zweimal runter, wird dann zweimal vergütet? Das wäre ein Paradigmenwechsel: Ein Autor bekommt für einen Druck seines Werkes auch nicht zweimal Geld, wenn es zweimal gelesen wird
  • andererseits wird dieses Verfahren bei Radiostationen oder Diskos angewendet, wo jeder Play zählt.
  • andersherum kann ein heruntergeladenes mp3 auch ungehört auf der Festplatte verschwinden o.ä.
  • es wurde also nicht genutzt, zählt aber trotzdem – Manipulation durch Nutzniesser wären wahrscheinlich, da massiver Download eines Titels dem Rechteinhaber Vorteile bringt – außerdem kann dieser massive Download andere Teilnehmer Nachteile bringen, wenn sie dafür am Ende rausfallen.

cloudonline

Zuletzt aber ist es auch hier wieder wichtig über das direkte Thema hinaus zu denken, nämlich die Art und Weise, wie in Zukunft Musik genutzt wird, und das wird eher nicht als Download sein. Dieser ist nämlichviel zu geschlossen, um in einer offenen und konvergeten Medienzukunft noch ausreichend relevanz zu haben. Gerade scheint eher eine Streaminglösung wahrscheinlich, die sogenannte Wolke würde genutzt und kein User käme in den Besitz der Datei – wohl aber des Musikgenusses. Hier nähert man sich wieder einem Radioähnlichen Modell, dem vom Usagefeeling das Streaming wohl auch am ehesten entspricht. Was hier auch immer eine Währung wird, der Download sollte es nicht werden.

Danke für das Bild -download: Army.mil -cloud: Pink Sherbet Photography

Eine Antwort zu “#a2n – Kulturflatrate kontrovers. Heute: Download als Währung

  1. Danke für den Post. Wir haben Ihn in der Dokumentation verlinkt.

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